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Diabetes in der Schwangerschaft

Was ist Schwangerschaftsdiabetes und wie wird diese festgestellt?

 

Eine Schwangerschaftsdiabetes (med. Gestationsdiabetes) ist eine Zuckerstoffwechselstörung, die nach aktuellem Wissensstand in der Schwangerschaft durch die hormonelle Umstellung entsteht. Dadurch wird die Wirkung des blutzuckersenkenden Insulins herabsetzt.

Die Schwangerschaftshormone führen dazu, dass der Insulinbedarf steigt.
In der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Insulin produziert und sorgt dafür, dass die Glucose (Zucker) aus dem Blut, in die Zellen transportiert wird. Insulin ist sozusagen der „Schlüssel“, damit die Glukose aus unserer Nahrung in die Zellen geschleust und dort in Energie umgewandelt werden kann. Kann der Körper der werdenden Mutter den erhöhten Insulinbedarf nicht ausgleichen, steigt der Blutzuckerspiegel über ein gesundes Maß hinaus an. Dies geschieht meist in der 2. Schwangerschaftshälfte, weshalb zwischen der 24. – 28. Schwangerschaftswoche ein Zucker-Belastungstest (oraler Glukose-Toleranztest, kurz oGTT) gemacht wird. Bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko (z.B. Übergewicht, Bluthochdruck) bereits ab der 13. SSW!

Schwangerschaftsdiabetes ist einer der häufigsten Erkrankungen von Müttern in der Schwangerschaft, ähnlich wie der Bluthochdruck. In Deutschland sind es wohl knapp 5% bei denen diese Stoffwechselstörung diagnostiziert wird. Waren es 2002 noch knapp 8000 Frauen, zählte man im Jahr 2016 schon über 3200 Frauen.


Risikofaktoren für eine Schwangerschaftsdiabetes:

» Übergewichtig

» Prädiabetes vor der Schwangerschaft (Vorstufe von Diabetes)

» Zu starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

» Ungesunde Ernährung (viele isolierte Kohlenhydrate: Zucker, Weißmehl,

» Bluthochdruck (Hypertonie)

» Gestationsdiabetes in der ersten Schwangerschaft

» Schwangerschaft über 30 Jahre

»Zu viel Stress in der Schwangerschaft, da dieser zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen kann


Symptome einer Schwangerschaftsdiabetes

Meist bemerkt eine Schwangere davon nichts, da anfangs keine Symptome auftreten. Die klassischen Diabetes-Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, häufiges Wasserlassen und starker Durst entstehen meist erst später und werden oft nicht damit in Verbindung gebracht.


Folgen für Mutter und Kind

Wird Schwangerschaftsdiabetes nicht rechtzeitig erkannt, kann dieser gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben

Gesundheitliche Folgen für die Mutter, bei unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes:

» Zusätzliche Entwicklung von Bluthochdruck und vermehrte Ausscheidung von Eiweiß im Urin

» Häufigere Harnwegsinfekte oder Scheidenentzündungen (Der Zucker im Urin bietet Bakterien und Pilzen gute Bedingungen zur Vermehrung)

» Das Risiko für Geburtskomplikationen ist höher (z.B. Kaiserschnitt)

» Erhöhtes Risiko, später an Typ 2 Diabetes zu erkranken

 

Gesundheitliche Folgen für das Kind, bei unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes:

» Da nun mehr Zucker über die Nabelschnur von der Mutter zum Kind gelangt, produziert das Baby verstärkt Insulin. Dadurch kann das Baby übermäßig und auf ungesunde Weise wachsen. (Besonders Bauch, Brustkorb und Schulterregion)

» Erhöhtes Risiko, später selbst Diabetes zu entwickeln

» Höheres Risiko für späteres Übergewicht

» Direkt nach der Geburt kann es zu Unterzuckerung und Anpassungsproblemen kommen

» Erhöhtes Risiko einer Kaiserschnitt-Entbindung


Wie ein oraler Glukose-Toleranztest (oFTT) abläuft

Die Schwangere kommt morgens nüchtern in die Praxis ihres Gynäkologen. Über eine venöse Blutentnahme wird zuerst der Nüchternblutzucker bestimmt. Danach trinkt die Schwangere ein Glas Wasser mit 50 Gramm Glukose. Eine Stunde später wird der Blutzucker erneut per Blutentnahme bestimmt.

Bei deutlich erhöhten Werten wird die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gestellt. Ist der Blutzucker nur mäßig erhöht,  soll die Patientin zur Kontrolle einen vollständigen oGTT machen. Hier nimmt die Schwangere, nach Bestimmung des Nüchternblutzuckers, 75 Gramm Glukose zu sich. Zeigen sich nach 1-2 Stunden immer noch erhöhte Blutzuckerwerte, wird die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gestellt.


Welche Werte sind krankhaft?

Der Nüchternblutzucker sollte unter 92 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut liegen. Eine Stunde nach dem Zuckertrunk sollte der Wert wieder auf unter 180 mg/dl gefallen sein und nach zwei Stunden auf unter 153 mg/dl. Ist nur ein Wert erhöht, stellt der Arzt die Diagnose Gestationsdiabetes. Liegt der Nüchternwert bereits über 126 mg/dl, sollte kein Belastungstest erfolgen.

WICHTIG! Einige Medikamente wie zum Beispiel Schilddrüsenhormone oder Kortison, verändern den Blutzuckerspiegel und können den Test verfälschen. Das sollte dem Arzt unbedingt mitgeteilt werden, da die Medikation dann gegebenenfalls ausgesetzt wird. Außerdem sollten übermäßige körperliche Aktivitäten vor oder während der Untersuchung vermieden werden.


Welche Therapie bei Schwangerschaftsdiabetes empfohlen wird

Jetzt die gute Nachricht! Bei mehr als 80% der Betroffenen führt eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung zu normalen Blutzuckerwerten. Nur in weniger als 20 % aller Fälle muss eine Betroffene Schwangere mit einer Insulintherapie beginnen. Und das ist auch gut so, denn selbst eine regelmäßige Insulinzugabe, ist für das Ungeborene nicht ganz ungefährlich.


Im nächsten Artikel zum Thema Schwangerschaftsdiabetes erfährst du welche Lebensmittel du vermehrt in deinen Speiseplan integrieren solltest, da diese sich besonders gut auf deinen Insulin- und Blutzuckerspiegel auswirken können. 

Klicke hier: 10 der besten Lebensmittel bei Schwangerschaftsdiabetes 

 

Ich wünsche dir eine gesunde und glückliche Schwangerschaft

Deine Cindy

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